MÜLL / Herde
Lichtinstallation
Lichtpromenade Lippstadt (Jubiläumsausstellung), 2024
13 Kunststoff Müllbehälter orange nach DIN 30713, Metall, Kabel, Leuchtmittel
var. Dim.
Die orangefarbenen Müllbehälter der Stadt, genormt nach DIN 30713, versammeln sich als Herde auf der Wiese des Stiftsparks.
Ob es sie nach Süden oder Norden zieht – oder ob sie bleiben – entscheidet das Kollektiv. Rollen verschieben sich, soziale Bindungen entstehen neu. Mit Einbruch der Dämmerung beginnen die Behälter aus sich selbst heraus zu leuchten.
In stoischer Ruhe warten sie auf den Morgen.
ROTLICHT (Bruchstraße)
Lichtskulptur
Lichtparcours Braunschweig, 2024
Plexiglas, Farbfolie, Holz, Kunststoffe, Leuchtmittel, Kabel, Metall
825 cm x 220 cm x 425 cm
Die Fenster der Bordellstraße Bruchstraße wurden ausgemessen und in gleicher Größe und Anzahl rund 200 Meter Luftlinie entfernt wieder installiert. Auf einem Ponton im Wasser überlagern sich Acrylglasscheiben in verschiedenen Rottönen. In manchen Fenstern blinken die LEDs discohaft, in anderen changiert das Licht von Scharlach zu Blutrot.
Die LED-Revolution hat das klassische Neon Rotlicht verdrängt. Geblieben sind Namen wie Flattermann, Heiderose, Belami oder Mademoiselle de Amour. Zwischen Freibad und Hotel, am Rest des Münzgrabens, wo einst Sumpfland lag und später Fachwerkhäuser das Gewerbe prägten, entsteht ein Leuchtdenkmal für die Bruchstraße. Tag und Nacht mischen sich Formen und Licht zu einer schwebenden Skulptur, einem Echo auf die Geschichte dieses Dazwischenlands.
Bornylacetat
Installation
Kunsthaus Wäldchen, Windeck 2021
Aluminiumprofil, Diamantkappen, LED Leuchtmittel, Holz, Kabel, Steuerung.
320 x 210 cm
Die Installation bildet mit Aluminiumprofilen die chemische Skelettformel des Essigsäureesters Bornylacetat nach, Hauptbestandteil von Fichtenöl und Träger des typischen Fichtengeruchs. Bestückt mit diamantförmigen Kappen aus der Jahrmarktästhetik erzeugt eine Lauflichtsteuerung einen nervösen, sich ständig wandelnden Lichtraum zwischen Molekülmodell und Schaustellerobjekt.
Während Terpene im Kontext des „Waldbadens“ als heilsame Botenstoffe gefeiert werden, stirbt der wirtschaftlich geprägte Fichtenwald auf großen Flächen. Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer hinterlassen lichte Anhöhen und Baumskelette. Das leuchtende Molekül wird zum Denkmal einer Waldkultur, deren Grundlage vielerorts verschwinde
House of Wind
Installation
m Rahmen der INTRAREGIONALE, Landschaftskunst in der Region Hannover, 2013
Stahl, Kunststoff, Leuchtmittel, Kabel i
550 x 550 x 270 cm
Auf einer Grünfläche am nördlichen Stadtrand, direkt am Bahndamm Hannover–Hamburg, öffnet sich ein Raum aus Stahlträgern und PVC-Streifenvorhängen. Ein flüchtiger Behelfsbau. Ein Zwischenreich zwischen Wahrnehmung und Erinnerung. House of Wind ist ein Denkmal für den Sommerwind, jenen aus der Kindheit des Künstlers in den 1970er Jahren. Die Plastikstreifen an den Türen, ursprünglich Fliegenabwehr, tanzen beständig: sanft wiegend, mächtig aufbäumend. Verbunden mit Transistorradio, Eis, Himbeersirup, Blumen und Schmetterlingen, mit aufgeheiztem Boden und seinem Duft, erzählt der Wind ein Lebensgefühl. Gleichzeitig ist House of Wind ein Porträt der norddeutschen Landschaft: Nordwestwinde lassen das Meer erahnen, Wolken reihen sich wie Perlenketten, Pappeln rauschen über wiegende Felder, ein flüchtiger Eindruck.
Wenn die Flut geht
Wort/Lichtinstallation
Langeoog 2018/2021
Holz, Gießharz, Kabel, Leuchtmittel
120 x 100 cm
Mit dem Rückzug des Wassers entsteht Raum. Mit dem Raum entsteht Spur. Die Arbeit markiert diesen Moment, nicht als romantisches Bild, sondern als Bewusstwerdung.
Landschaft ist kein Hintergrund, sondern ein System aus Kräften, Rhythmen, Eingriffen und Nutzungen und wir sind Teil davon. Wir nehmen Landschaft wahr, wir nehmen uns in ihr wahr. Doch selten reflektieren wir, wie Landschaft funktioniert und wie wir in ihr funktionieren. Wenn die Flut geht setzt genau hier an: als Denkmal für Wahrnehmung und unsere Position im Gefüge von Natur, Zeit und Handlung.
Dass der Satz zum Kalender, T-Shirtspruch oder gar zur Traueranzeige wurde, war nicht geplant – aber vielleicht konsequent.
abseite
Wort/Lichtinstallation
Skulpturenpark Köln 2009/ Lichtpromenade Lippstadt 2013
Metall, Kunststoffe, Steuerung, Leuchtmittel
240 x 160 x 6 cm
Die Leuchtschrift verweist auf Peripherien, auf Außenseiter und Randlagen, auf entlegene, vergessene oder verfemte Orte und Existenzen. In der Ästhetik von Jahrmarkt und Schaustellerkultur spiegelt sich zugleich eine originäre Position der Kunst: zwischen Anziehung und Abseits, zwischen Spektakel und Reflexion. Die blinkende Schrift mit ihren Sternen wurde 2009 im Skulpturenpark Köln erstmals installiert und ist seit 2013 dauerhaft Teil der Lichtpromenade Lippstadt.
Er macht seine Engel zu Winden
Wort/Lichtinstallation
Schöppinger Berg, 2005
Im Rahmen der Skulptur Biennale Münsterland 2005
Aluminium, Lack, Glas, Neon, Kunststoffe, Stahl, Beton, Kabel.
1600 x 1265 x 350 cm
WDR westart Meisterwerke
Feature über die Installation "Er macht seine Engel zu Winden" in der Sendereihe West Art Maisterwerke. WDR 2019
Ein Schiff wird kommen
IInstallation
Kulturgut Poggenhagen, Neustadt am Rbg, 2010
Holz, Gießharz, Kabel, Leuchtmittel, Metall
1200 x 500 cm
Seit 2010 verwandelt die Installation den Toten Weiher am Kulturgut Poggenhagen in einen vermeintlichen Sehnsuchtsort des Aufbruchs. Ein Steg mit Bank und Abfahrtsplan zitiert die Bildwelt von Hafen, Reise und Fernweh. Doch es kommt kein Schiff.
In der ländlichen Umgebung wird der Steg zum Denkmal einer kollektiven Projektion: der Vorstellung, anderswo beginne das eigentliche Leben. Der erhoffte Aufbruch bleibt aus. Was bleibt, ist das Warten, der Blick über das Wasser und die Begegnung mit dem eigenen Wunsch, woanders zu sein. Die Arbeit zeigt, wie sehr Landschaft von inneren Bildern überlagert ist. Der stille Weiher wird zur Bühne einer Sehnsucht, die sich nicht erfüllt.
































